Geschichte    
  Ein kurzer Überblick über die geschichtliche Entwicklung    

Heuthen, wohl eines der ältesten Dörfer der Region, wurde zur Zeit des Bonifatius (um 724) bereits als Heiten erwähnt. Ein weiteres Mal wird Heuthen in Zusammenhang mit dem Stift Enger in Westfalen im Jahre 950 erwähnt. Leider sind diese zwei Erwähnungen nicht mit einer Urkunde zu belegen.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1146. In dieser wird über die Schenkung einiger Hufen Land der Ritter von Kirchenberg an das Peterskloster zu Erfurt in Hortene berichtet.
Der Name Heuthen ist außerordentlich schwer zu deuten. Dr. Erhard Müller schreibt in "Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt": Am wahrscheinlichsten ist die Deutung nach dem Wort "Haupten", was Quelle bedeutet.
Einige Quellen um das Dorf existieren und bilden den Giselbach, der in die Geislede mündet.

 

1341 gehörte Heuthen zur Vogtei Heiligenstadt, in kirchlicher Hinsicht zum Banne Dingelstädt. 1354 bekam Kloster Anrode von den von Bodungen in Heuthen 4 Hufen und 1 Hof, die es 1356 an das Martinsstift in Heiligenstadt eintauschte.

  Noch im 18. Jahrhundert bezog das Stift aus Heuthen Getreide, Hähne und Eier, die regelmäßig zu Michaelis abzuliefern waren.
1460
bestätigte Erzbischof Dietrich von Mainz während seines ersten Pontificats die Privilegien des Martinsstiftes zu Heiligenstadt und erkennt das Recht des Stiftes auf
Erhebung des Zehnten in Hoyten an.

1525 im Deutschen Bauernkrieg wurden Adelssitze und Ämter der Herren von Bodungen durch Bauern aus Heuthen, Geisleden und Kreuzebra mit vernichtet. Auch Heinrich Pfeiffer zog durch Heuthen, von seinen Lehren aber wollten die Heuthener nichts wissen. So blieb Heuthen als eines der wenigen Dörfer im Eichsfeld auch während der Reformation katholisch.
 

Im Dreißigjährigen Krieg besetzte Christian von Braunschweig das Untereichsfeld ab 1620. Am 30. 5. 1622 finden wir seine Truppen auch in Heuthen. Das Dorf musste 18 Faß Bier, 18 Rinder und 36 Hammel liefern.
1626 gab es 172 Pesttote in Heuthen.

1633 Heuthen hat 70 bewohnte und 6 wüste Herdstätten.
1634 marschierten Mannschaften unter Gustav Gustavi durch Heuthen. Sie nahmen alle Pferde mit.
1664 erneuert Kurfürst Johann Philipp von Mainz die Belehnung von 12 Hufen Landes und 6 Höfe von Heuthen für Kurt Heinrich von Linsingen.
1676 gehört Heuthen zum Amt Rusteberg.
1691 erscheint erstmals der Name eines Lehrers.
Es kommen die ersten Webstühle durch Valentin Degenhard aufs Eichsfeld.

1735 in Heuthen leben 94 Familien mit 501 Seelen.
1741 die Hausweberei hebt den Wohlstand. Der letzte Webstuhl von Heuthen steht im Eichsfelder Heimatmuseum in Heiligenstadt. Er gehörte Johannes Freund.
1755 Beginn des Kartoffelanbaus. Im Stammregister von Heuthen steht geschrieben: Johannes Adrian Stitz ist lange in Mainz Soldat gewesen und hat von dort die ersten Kartoffeln mitgebracht, die er im Bach pflanzte.
1790 zählte Heuthen 146 Familien mit 736 Einwohner.
1808 stellte Heuthen 18 Personen für den französischen Feldzug nach Spanien.
1812 marschierten 18 Personen aus Heuthen gegen Rußland.
1850 wütete die Cholera in der Gemeinde, es starben 108 Menschen. Die Heuthener gelobten daraufhin eine Choleraprozession.
1868 wurde die Straße nach Flinsberg gebaut - Info
Durch den Rückgang der Weberei wurde der Wander- und Saisonarbeit für das Eichsfeld typisch. Auch in Heuthen verließen jedes Jahr Anfang Oktober die meisten Bauern mit ihren Söhnen das Dorf, um auf Rübenfeldern und in Zuckerfabriken zu arbeiten.
1896 wurden eine Gemeindeschenke und als Anbau ein Gemeindebackhaus erbaut.

1901 sollte Heuthen einem Truppenübungsplatz weichen - das konnte durch Pfarrer Jodocus Herold und seine Mitstreiter verhindert werden. - Info
1906 wurde eine Zigarrenfabrik am Ende des Dorfes gebaut.
1909 hat Heuthen 967 Einwohner.
1914-1918 der erste Weltkrieg: Es waren in Heuthen 63 Tote und Vermisste zu beklagen. Ihnen zu Ehren wurde auf dem alten Friedhof ein Denkmal errichtet.
1917 wurde trotz des Krieges mit dem Bau der Wasserleitung in Heuthen begonnen.
Die mittlere Kirchenglocke musste für Kriegszwecke abgegeben werden.
1923/24 wurde das Ortsnetz für elektrisches Licht fertiggestellt. Beim Gastwirt Jünemann wurde ein fröhliches Lichterfest gefeiert.
1924 wurde am Ortseingang auf dem ehemaligen Schützenplatz eine Strumpffabrik gebaut. Sie brachte viele Arbeitsplätze.
1927-1929 kam es in Heuthen zur Separation der Feldflur. 985 ha waren bis dahin in 8741 Parzellen zerstückelt.
Im Zuge der Separation wurden befestigte Straßen geschaffen. Das Dorf wurde neu vermessen und die Grundstücksgrenzen in Karten eingetragen. Die Dorfstraßen wurden größtenteils kanalisiert und alte Wasserläufe überdeckt. Die Birkenallee wurde angelegt und der offene Graben zu einem Gehweg umgestaltet.
1928 Bau des alten Feuerwehrgerätehauses
1930/31 Die Ortsgruppe der NSDAP wird gegründet. Es gab viel Unfrieden gegen Pfarrer Ständer, der die Partei nach Kräften bekämpfte.
1937 wird der Anger neu hergerichtet und in die Angermauer ein Brunnen mit ständig fließendem Wasser eingearbeitet.
1938 hat Heuthen 1100 Einwohner in 220 Häusern.
Die Hoffnung der Menschen auf bessere Zeiten wurde durch den zweiten Weltkrieg 1939-1945 zerstört. Allein in Heuthen zählte man über 68 Tote und Vermisste.
1943 kamen die ersten ausgebombten Umsiedler in Heuthen an. Der zweite Welkrieg war in Heuthen am 09.04.1945 vorbei. Zuerst kreisten Flugzeuge über Heuthen später kamen aus Richtung Geisleden Panzer mit Soldaten (1. US Armee, 9. Panzerdivision und 69. Infanteriedivision). Eine Scheune wurde beschossen und brannte ab. Dort hatte ein Trupp deutscher Soldaten Unterschlupf gesucht. Vor der Wiese mussten auf Befehl einige Häuser geräumt werden.
Im Juli zogen die Russen in Heuthen ein.
Die Einwohnerzahl stieg bis 1948 auf 1136 an.
1956
- große Hochwasserkatastrophe. Die Dorfstraßen wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen.
In den 50er Jahren entstanden 29 neue Wohnhäuser (Siedlung und Bachsiedlung).
1957 wurde auf "Anraten" des Rates des Kreises eine OLB gegründet. Im Zuge der Sozialisierung wurde die OLB 1959 in eine LPG umgewandelt. Am 1. April 1960 wurde Heuthen vollgenossenschaftlich. Alle Bauern, wenn viele auch unter Zwang, traten einer LPG bei.
1962/63 wurde aus dem ungenutzten Backhaus an der Gemeindeschenke eine Turnhalle gebaut.
1968 wurden die Gemeindeküche und das Bürgermeisteramt eingerichtet.
Es wurde auch mit dem Bau des Wohnblocks begonnen, der 1970 bezugsfertig war. Kleinsportanlage und ein Kinderspielplatz wurden im Jahr 1971 zum Kindertag übergeben.
1971-1973 entstand der neue Sportplatz.
1975 im Mai zerstört ein Blitzschlag den Turm der Sankt Nikolaus Kirche.
1990 wird die Strumpfwarenfabrik geschlossen. Viele Arbeitsplätze vor allem für die Frauen gingen verloren.
Am 6. Mai 1990 fanden die ersten freien Kommunalwahlen statt.
1991 wurde ein Partnerschaftsvertrages zwischen der Gemeinde Heuthen und Niederelbert (Rheinland Pfalz) unterzeichnet.
1992 wurde die Erdgasleitung im Dorf verlegt.
1993 erfolgte die Neuverkabelung des Ortes durch die Deutsche Telekom AG.
Ab 1996 umfangreiche Restaurierungs- und Umbauarbeiten an der Sankt Nikolaus Kirche (Orgel, Innenraum, Altar).
1999 ging der erste Internetauftritt für Heuthen online.

 
2002 erfolgten Bau und Übergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses.
2005 Heuthen liegt am Pilgerweg Loccum - Volkenroda.
2006 die ADSL Technologie wurde von der Deutschen Telekom AG im Telefonnetz eingeführt
2010 Heuthen liegt am Unstrut- Leine Verbindungsradfernweg
 
Quellen:
Festschrift zur 850 Jahr Feier Heuthen, Gemeinde Heuthen 1996,
Die letzten Kriegstage im Eichsfeld, Eduard Fritze 2002,
Eichsfelder Heimatzeitschrift, Dr. Alfons Grunenberg 2011